Brillianten und Diamanten allein reichten zum Verkauf in Schaufenstervitrinen meist nicht aus. Viele der Schmuckstücke mussten durch Licht noch besser hervorgehoben werden, um auch den letzten Zweifler zu überzeugen. Hochwertige Produkte brauchen eben ein exzellentes Umfeld, das ebenso hochwertig und erstklassig aussieht. Für die perfekte Lichtbrechung verwendete ich an den Fenstern am liebsten Plissees, da sie sich diese ganz einfach in verschiedenen Fensterhöhen positionieren lassen. Dafür schiebt man sie per Griffbedienung, oder in meinem Fall elektronisch per Fernbedienung, einfach beliebig von oben und unten zusammen oder wieder auseinander, sodass das Sonnenlicht nur von oben, nur von unten oder eben auch von beiden Seiten in den Raum strömen und die glitzernden Edelsteine anstrahlen kann. Meine Wahl fiel dabei immer auf halbtransparente Stoffe, durch die auch so immer ein wenig Licht in den Raum fiel und meine Kunden immer ein wenig Gelegenheit hatten, nach draußen zu sehen.
Passanten von draußen hatten aber dennoch nur wenig Einblick in mein Geschäft, was mir aufgrund der hochwertigen Schmuckstücke besonders wichtig war. Nur ausgewählte Stücke zierten ein kleines Schaufenster. Die Schmuckpräsentation im Innenbereich war eine meiner wichtigsten Aufgaben. Ich legte die Ringe, Armbänder, Ohrringe etc. auf stilvolle Vorhänge und Decken, steckte die Ringe in Lamellen und dekorierte den Einkaufsbereich je nach Saison verschieden, z.B. mit Tannenzweigen, Ostereiern oder frischen Frühlingssträußen. Zur Präsentation verwendete ich im Weiteren edle Kettenständer, stilvolle Collierbüsten und Schmuckkästchen, die ich für besonders hochwertige Exemplare in verschlossenen Schubladen hinter Glasvitrinen unter dem Kassiertisch aufbewahrte. Denn bei vielen anderen sichtbaren Schmuckteilen handelte es sich vor allem um nicht verkäufliche Vorführware. Die echten Klunker wurden erst bei einem möglichen Verkauf hervorgeholt und besonders schön verpackt, um den Damen eine große Freude zu machen, die meinen Laden meist zusammen mit männlichen Begleitern betraten, die dann auch ihr Portmonee zückten. Das ist aber eine andere Geschichte…